Adventistische Xmastiase

Veröffentlicht: 05/12/2011 in Alltägliches, Dummheit
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Jedes Jahr auf’s neue, ereilt uns Mitteleuropäer gegen Jahresende eine gar grauenhafte Epidemie: Der Weihnachts-Wahn!

Die Anfänge dieser zerebralen Viruserkrankung sieht man meist schon Ende August, wenn in den „Warenhausketten der vier Buchstaben“ plötzlich und völlig grundlos Lebkuchen, Domino-Steine und Marzipankartoffeln feilgeboten werden. Nach Expertenmeinung ist dieser Anblick auch der Auslöser der Xmastiase (so der Fachbegriff) und damit ein Novum in der Geschichte der Medizin; handelt es sich hierbei doch offensichtlich um die erste optisch übertragbare Krankheit der Menschheitsgeschichte.

Mediziner bundesweit warnen Ihre Patienten schon seid Monaten vor der allzu eingehenden Betrachtung dieser Auslagen, jedoch werden die Warnungen entweder nicht ausreichend beachtet oder aber die Macht der angebotenen Schlemmereien ist einfach zu stark für den menschlichen Verstand; welchen die Krankheit letztendlich befällt. Besonders anfällig scheinen Menschen ab einem Lebensalter von 60 Jahren und alleinerziehende Elternteile.

Hat man sich infiziert, beginnt im Regelfall eine circa neunzigtägige Inkubationszeit, in welcher sich allerdings erste Symptome bemerkbar machen. Man erscheint leicht reizbar gegenüber seinen Mitmenschen (besonders im öffentlichen Raum) und erliegt egozentrischen Kaufräuschen in kommerzieller Umgebung.

Nach Ablauf der Inkubationszeit verfällt der infizierte Patient in eine (meist) temporäre Zerebralentkernung, in welcher er nicht mehr in Lage zu sein scheint, sein konsumierendes Handeln zu durchdenken und absolut jeden rot-grün-goldenen Unsinn kauft um sein Heim damit zu beschmutzen. Dieser Eintritt in die adventistische Xmastiase stellt auch den „Point-of-no-return“ des Krankheitsverlaufes dar. Sowohl Medizin als auch Psychiatrie können nun nur noch betreuend dafür Sorge tragen, dass weder beim Patienten noch seinem (ebenso in Mitleidenschaft gezogenen) Umfeld psychische oder physische Schäden zurück bleiben.

In dieser Phase, welche bei den meisten Erkrankten in diesen Tagen zum Ausbruch kommt, sind infizierte Personen zum Glück schon aus großer Entfernung zu erkennen. Sie ziehen oder schieben meist entweder völlig überfüllte Einkaufswagen, Kinder oder mit Kind und Geschenken befüllte Kinderwagen vor oder hinter sich her. Auch Kombination von Einkaufswagen, Kinderwagen und Kindern in variierenden Stückzahlen sind keine Seltenheit. Sollte sich eine infizierte Person ihnen von hinten annähern, wird sie sich durch Aussagen wie „Ralf-Jaques-Johannes! Nicht trödeln!“ oder „Sophie-Verenn-Anna, komm weiter; da gibt es nix zu gucken!“ ankündigen, während sie sich schubsend und schiebend seinen Weg zum nächsten Schaufenster bahnt, wo sie stehenbleiben und gucken kann. Des Weiteren verströmt der Patient in dieser Phase der Erkrankung einen penetranten Gestank nach Zimt, Kardamom, Koriander und Vanille.

Wenn sie jemandem begegnen, der die oben beschriebenen Symptome zeigt, schützen sie sich am besten, in dem sie ich eine Nikolaus-Mütze über den Kopf bis ans Kinn ziehen und ihren Kopf bis zur Ohnmacht gegen die nächstbeste Wand schlagen. Sollten sie es jedoch schaffen, sich bis zum 24.12. von sowohl von Infizierten als auch von Infektionsquellen fern zu halten, haben sie das schlimmste überstanden.
Die von den Patienten danach an den Tag gelegten Depressionen und (wegen der aufgenommenen Hypothek zum bezahlen der Geschenke) Existenzängste lassen sich für gewöhnlich durch Umtausch der erhaltenen Geschenke in etwas nützliches und einer Tasse heißen Tees (mit einem großzügigen Schluck Rum drin) komplett kurieren.

So, mittels diesen Handlungsempfehlungen im Umgang mit infizierten Mitmenschen sollten sie die Vorweihnachtszeit unbeschadet überstehen. Sollten sie dennoch Angst vor einer Infektion haben,

MÜTZE! WAND! ==> Frohes neues Jahr!!!

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Kommentare
  1. Melanie sagt:

    Dein bisher bester Artikel 😉 Top!!!!

    • daetschemol sagt:

      Merci wiedsau! War bisher auch der Anstrengenste. Aber ich werd die Tage doch mal noch an den Mindest-IQ gehen. Ist ja auch ein Thema, mit welchem ich mich schon länger beschäftige… ;o)

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