Störtebekers Erben?!

Veröffentlicht: 16/04/2012 in Alltägliches
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Egal wo man in diesen Tagen hinschaut oder -hört, liest oder sich einfach nur aufhält, ständig „springt“ einen ein Pirat an. Zum Glück meist nur in Form von Schlagzeilen oder Gesprächsfetzen aber das kann das Nervenkostüm auch schon in Mitleidenschaft ziehen.

Irgendwer beschuldigt hier die Piraten in der Politik für Anarchie im Internet zu werben und dort wird behauptet, dass der böse 16jährige durch das Kopieren von CDs (Piraterie!) für seine Kumpel die Musikwirtschaft in die Armut treibt; von den Schwerverbrechern, die gar Filme im Internet veröffentlichen und die armen Schauspieler so dazu zwingen, sich mit nur noch 10 Millionen US$ pro Film abspeisen zu lassen, will ich hier gar nicht erst anfangen.

Okay, das mag jetzt ziemlich zynisch klingen (und vielleicht auch so, als hätten „Raubkopierer“ in meinen Augen das Recht, soetwas zu tun) aber wenn man all diese wilden Thesen und Anschuldigungen für bare Münze nähme, wer wäre dann KEIN Verbrecher mehr?
Ja, schon gut, ich hör Euch ja schon alle „ICH“ schreien!

Aber mal ehrlich:Wer hat vor zwanzig Jahren nicht jede CD auf Kassette (der Link ist für die Jüngeren gedacht ;o) ) überspielt, um sie auch im Auto hören zu können? Okay, das war damals die sogenannte „Sicherheitskopie zur eigenen Verwendung“ aber wie viele davon wurden wohl unter Hand an Freunde und Kollegen weitergegeben? Wie viele hatten denn damals Doppelkassettendecks? und wer konnte zwei Kassetten gleichzeitig hören???
Die ersten CD-Brenner? Höllenmaschinen, welche den Untergang der Musikindustrie besiegelten!
Filesharingprogramme wie „Napster“? HÖLLENMASCHINEN, welche den Untergang der Musikindustrie besiegeln!
Filesharingprogramme wie „eMule“? HÖLLENMASCHINEN, welche den Untergang der Filmindustrie besiegeln!
Onlineplattformen wie „Kino.to“? HÖLLEN…. Nein, ich will es nicht schon wieder schreiben müssen, ihr habt bestimmt gemerkt, worauf ich hinaus will.

Irgendwie haben wir (und damit sind auch sämtliche Sparten der Unterhaltungsindustrie gemeint) all diese Entwicklungen er- und letzten Endes auch Überlebt, ohne das Michael Jackson jemals Stütze beantragen musste. Also finde ich, wir können es dabei belassen, dass jemand, der für seinen Fillius illegaler Weise den neuen Zeichentrickfilm aus dem Netz zieht, weil er gerade Doppelschichten schiebt und nicht mit dem Junior ins Kino gehen kann, KEIN Verbrecher ist.
Wie man darüber Urteilen möchte, wenn jemand dies im großen Stil betreibt und sich möglicher Weise noch daran bereichert, steht auf einem anderen Blatt.

Noch kurz zu den Piraten in der Politik (Wirklich kurz, und auch nur Ausnahmsweise!):
Wen es interessiert, was die Piraten fordern und sich nicht auf das Stammtischgespräch in der nächsten Eckkneipe verlassen will, kann sich zum Beispiel hier oder, wer es lieber kurz und bündig mag, hier informieren.
Und dann in die Eckkneipe gehen, welcher ich jeder nur erdenkliche Unterstützung zukommen lassen möchte!

So, dass musste jetzt einfach mal raus.

Also, macht was draus!

Euer daetschemol

ps: Diejenigen, die auf mein Kommentar über ACTA bzw. Urheberrecht gewartet haben, muss ich für heute leider enttäuschen. Vielleicht irgendwann mal. Bis dahin möchte ich Euch aber diesen Artikel von Christoph Hardebusch empfehlen!

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