Zwischen Belustigung und Entsetzen

Veröffentlicht: 13/07/2012 in Alltägliches
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Die Spritpreise sind gesunken!
Mitbekommen?
Nein?
Okay, ich hab’s auch nur gemerkt, weil ich schon länger nicht mehr dazu aufgefordert wurde, an dem und dem Tag nicht zu tanken. Okay, ich gehöre nicht zu den Naivlingen, welche tatsächlich daran glauben, dass solche Aktionen den gewünschten Erfolg erzielen; da spricht nämlich einiges dagegen:

1. gibt es viel zu viele Autofahrer, die sich das gar nicht erlauben können; weil sie Ihr Fahrzeug z.B. benötigen, um sich und Ihre Familien zu ernähren

2. Die Tanken den Preis am Folgetag einfach  einfach um 2 Cent erhöhen und den Umsatzverlust damit mehr als Wett machen würden.

Das nur mal als Anfang. Wenn man kurz drüber nachdenkt, fallen einem etliche weitere Gründe ein. Nichtsdestowenigertrotz sind die Benzinpreise in den letzten Wochen etwas gefallen und ich (als Autofahrer) finde das schonmal nicht schlecht.
Aber noch mal kurz zurück zu den Tankprotestaktionen:
Falls ihr zu denjenigen gehören solltet, die an die Wirkung dieses Unsinns geglaubt haben, bitte ich Euch mal kurz über Folgendes nachzudenken.
Angenommen, es würde einen Monat lang niemand ins Puff gehen, glaubt ihr dann wirklich, dass man(n) hinterher zum halben Preis pimpern könnte?

Aber genug davon und endlich zum eigentlichen Anliegen dieses Geschreibsels:
Der Benzinpreis war in der letzten Zeit ja nur ein (mehr oder minder) kleiner Dorn im Fleisch der Autofahrer, da es ja genug andere und nicht minder beängstigende Diskussionen um diverse Möglichkeiten gab, wie man noch etwas mehr Geld aus den Taschen der Bürger abschöpfen könnte.
Nein, keine Angst!, ich werde sie hier nicht aufzählen und auch nicht weiter darauf eingehen (die meisten von euch wissen ja, dass ich aus politischen Diskussionen meistens raushalte).

Heute Morgen wurde allerdings die neueste Cerebralflatulenz  unserer EU-Parlamentarier bekanntgegeben:

Autos, die älter als 6 Jahre sind, sollen jährlich zur Hauptuntersuchung (sprich: TÜV).

Viele werden sich jetzt fragen, was mich daran aufregt, da das ja eigentlich nichts schlechtes ist und die 60€, bei dem was ein Auto so im Jahr kostet, nicht wirklich ins Gewicht fallen.
Stimmt, soweit gebe ich Euch sogar recht, aber ihr habt die Begründung noch nicht gehört; die lautet nämlich wie Folgt:

Täglich ereignen sich 5 Unfälle europaweit auf Grund von Materialdefekten bei älteren Automobilen!

Und an diesem Punkt hab ich mir fast vor Lachen ins Hös’chen gepisst!
Ich mein, mal ehrlich, ich würde fast Wetten, dass sich täglich mindest 10 Unfälle allein in Deutschland ereignen, nur weil die Fahrer zu dämlich sind, um vernünftig autozufahren!
Mal angenommen, ich würde nun verlangen, dass diese Dummbratzen jährlich einen IQ-Test bestehen müssten, ich würde wahrscheinlich standrechtlich verprü… aua auA AUA…ps+ojgdn+psojporjg

So, da bin ich wieder! Tut kaum noch weh… ;o)

Also, zurück zum Thema:
5 Unfälle täglich sollen vermieden werden durch kürzere TÜV- Intervalle bei älteren Autos.
Und das soll helfen?
Habt ihr mal ein gebrauchtes Auto gekauft, welches beworben wurde mit dem schönen Sätzlein: „TÜV +AU neu!“?
Wenn ja, habt ihr euch dann mal die Mühe gemacht und nachgeschaut, was trotz neuem TÜV so alles kaputt ist?
Gut, man kann da wahrscheinlich auch Glück haben und es funktioniert alles, aber worauf ich hinaus wollte, ist die Tatsache, dass der TÜV ausschließlich bestätigt, dass ein Fahrzeug in dem Moment, da es auf dem Prüfstand steht, verkehrstauglich ist! Wenn also zwei Stunden nach dem TÜV-Termin die Bremsen versagen und man sich darauf beruft, dass man doch gerade erst damit über den TÜV gekommen ist, denn auf dem Prüfstand gingen die Bremsen ja noch, und mehr kann der TÜVer nicht garantieren….
Glaubt ihr nicht?
Dann fragt doch mal euren TÜV-Prüfer.
Das steht sogar in deren AGB.
Ich kopier das mal hier rein:

4.1 Die Gewährleistung von TÜV SÜD umfasst nur die ihr gemäß Ziffer 2.1 ausdrücklich in Auftrag gegebenen Leistungen. Eine Gewähr für die Ordnungsmäßigkeit und das Funktionieren der betreffenden Gesamtanlage, zu der die begutachteten oder geprüften Teile gehören, wird damit nicht übernommen.

Im Klartext bedeutet das dann also:
Wir beordern eine Organisation zur jährlichen Begutachtung unter der Prämisse, dass dieses Gutachten nach verlassen des Prüfstandes keinerlei Gültigkeit mehr hat.

Und, wer findet es immer noch Sinnvoll?

Ich persönlich fände es ja viel interessanter, wenn während des „Führerscheinmachens“ ein wenig der Technik eines Autos vermittelt würde, so das einjeder defekte an seinem Vehikel auch als solche zu erkennen vermag. Beim LKW-Führerschein wird es ja auch so gemacht.

Naja, was soll ich noch dazu sagen?
Ich freu mich auf alle Fälle schon darauf (vorausgesetzt es kommt wirklich soweit) auf FB zum Event

Das Jahr 2019: Wir boykottieren den TÜV

eingeladen zu werden… ;o)

 

In diesem Sinne,

Euer daetschemol

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