Ismen? Nein, Danke…. Oder?

Veröffentlicht: 10/04/2014 in Alltägliches, Lesestoff
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So, für diejenigen unter Euch, die schon bei der Titelzeile keine Ahnung hatten, was ich jetzt schon wieder will, sei hiermit kurz auf die „Begrüßungsrede“  des Films „Ferris macht  blau“ verwiesen, in welcher der folgende, denkenswerte Satz fällt:

„Nicht, dass ich Faschismus billigen will, oder sonst irgendeinen Ismus. Ismen sind meiner Meinung nach nicht gut. Ein Mensch sollte nicht an einen Ismus glauben, er sollte an sich selbst glauben.“

Okay, für diejenigen Welchen, welche noch am lesen sind, gibt’s sogar noch die Erklärung, warum ich gerade heute Morgen an einen Film denken muss, den ich vor ca. 15 Jahren das letzte mal gesehen habe. Ich muss daran denken, weil ich heute Nacht ein Buch las.

Hmm… Künstlerische Pause…
Erstens um Euch die nötige Zeit einzuräumen, den Schock zu überwinden, dass ich des Lesens mächtig bin
und zweitens um mir auf die schnelle ein paar Worte zurecht zu legen, die Euch nicht sofort in die Arme des Unterschichtenfernsehens treiben….

Also, ein Buch.
Ein sehr denkwürdiges.
Ich hab immer noch keine Idee, wie ich das Folgende in beschönigende Worte fassen soll; deswegen lass ich das jetzt auch und sag einfach mal frei heraus:

Ich habe heute Nacht Akif Pirinccis Buch: „Deutschland von Sinnen“ gelesen.

Noch nie gehört?
Macht nix!
Hatte ich bis gestern Abend auch nicht.
Ich hab nur zufällig das eBook entdeckt, an Bücher wie „Felidae“ und „Der Rumpf“ gedacht und es mir kurzerhand auf’s Tablet gezogen.
Dann wurde es allerdings anders.
Denn spätestens beim Klappentext (Nennt man das bei eBooks überhaupt noch so?) wurde klar, dass dieses Schriftstück nichts mit Katzen oder perfiden Mordplänen zu tun hat.

Worum es dann geht?
Tja, das kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen, denn auch wenn ich während des nächtlichen Lesens mehrfach dachte der will mich verarschen, dass kann nicht ernstgemeint sein und ich bin gespannt, wann Grass, Sarrazin und Pirincci ne Sendung auf RTL II bekommen, bin ich mir immer noch nicht so ganz sicher, ob sich Pirincci nicht doch nur irgendwie wieder ins öffentliche Blickfeld bringen wollte.

Auf Grund dieser Ungewissheit hab ich das Büchlein dann heute Früh mal gegooglet.
Und da fielen mir einige weitere Merkwürdigkeiten auf:
1. Man findet dazu jede Menge Lobpreißungen aus der rechten Ecke
2. Die Rezensionen wirken allesamt wie Verrisse
und wenn ich jetzt ein bisschen Nachdenken würde, fielen mir mit Sicherheit noch weitere ein; aber diese beiden drängen sich am ehesten auf.

Zu 1. kann ich nur sagen: Den „Rechten“ ist scheinbar nicht bewusst, dass der Mann in seiner Kindheit aus der Türkei nach Deutschland kam. Obwohl er das mehrfach in dem Buch erwähnt!? Wie gesagt, merkwürdig.
Zi 2. : Ich möchte hier nicht anfangen, Euch Bücher vorzustellen. Deswegen werd ich HIER mal eine Rezension verlinken, welche noch keine 24 Stunden alt war, als ich sie heute Morgen entdeckt habe.

Achso, wenn Ihr den Artikel aus der Zeit jetzt gelesen habt und wisst, was das für ein ekelhaftes und menschenunwürdiges Machwerk ist, dessen Autor ausschließlich mit Hitler vergleichbar ist, könnt Ihr mir vielleicht den Amazon-Verkaufsrang dieses Schriftstücks erklären?
Der sieht aktuell so aus:

rang1

Nun gut, ich denke, ich hab Eure Aufmerksamkeit nun ausreichend auf dieses Buch gelenkt und vielleicht den ein- oder anderen dazu bewegt, da mal reinzublättern.
Denn fernab der Diskussion, ob dieses Buch nun „braune Propaganda“ ist oder nur auf der Sarrazin-Welle surft, steht eins meiner Meinung nach fest:

Pirincci glaubt nicht an irgendwelche Ismen. Er glaubt auch nicht an solche Scheinheiligkeiten wie „political correctness“.
Nein, er scheint an sich zu glauben und daran, dass seine Gedanken bekannt gemacht werden sollten.
Es scheint Ihm sogar relativ egal zu sein, was man nach dem „Verzehr“ seiner Schreiberei von Ihm oder dem Geschriebenen hält.

Und genau das ist es, was mir an der nächtlich Lektüre gut gefallen hat:
Pirincci regt seine Leser dazu an, sich selbst Gedanken zu machen. Er schleudert diese Phrasen mit solcher Gewalt in die Gesichter der Leser, dass es fast unmöglich scheint, nicht über das gelesene nachzudenken; und wer einmal in den Genuss kam seinen eigenen Gedanken zu lauschen, anstatt nur Vorgefestigtes wiederzugeben, der hört für gewöhnlich nicht mehr damit auf.

Hoffe ich zu mindest….

Also, das wäre dann gesagt.

 

Macht was draus!

Euer daetschemol

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