Mit ‘#BloGeHa’ getaggte Beiträge

wehret den Anfängen…

Veröffentlicht: 25/02/2015 in Alltägliches
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Gestern:
Freier Eintritt im Museum.
Ägyptenausstellung in (laut Werbeagentur) einem der spannendsten Orte der Welt.
Wäre bestimmt auch gut geworden, hätten sich die Organisatoren der Ausstellung wenigstens ein bisschen Mühe gegeben. Oder sich sogar ein paar Gedanken darüber gemacht, wie sie diese Ausstellung so präsentieren können, dass sie ihrem Potenzial gerecht wird.
Aber ich könnte mich hier nun stundenlang auslassen, ohne Euch einen vernünftigen Eindruck zu vermitteln. Daher will ich Euch kurz mit ein zwei Beispielen langweilen, bevor ich zum eigentlichen Thema komme:

  • Wenn ich als Ausstellung damit „angeben“ würde, dass ich sehr detaillierte Modelle von ägyptischen Tempelanlagen zeigen kann, welche einen besonderen Eindruck dadurch gewähren, dass man sie Aufklappen und somit ihr Inneres betrachten kann, dann würde ich sie auch aufgeklappt ausstellen…
  • Würde mir in der Vitrine eines Exponates der Platz für eine vernünftige Beschriftung des Selben nicht ausreichen, würde ich mir etwas einfallen lassen, wie eine Tafel neben der Vitrine oder Ähnliches.
    Ich würde aber auf keinen Fall einfach mitten im Satz
  • Würde ich neben den ausgestellten Exponaten eine Fotoausstellung eines renommierten Fotojournalisten zum gleichen Thema zeigen, hätte ich den zugehörigen Bildband mit Erklärungen zu den Bilderserien vorrätig und würde nicht nur in einem Schaukasten darauf hinweisen, dass dieser Bildband existiert.

Aber wer bin ich schon, dass ich an solchen Kleinigkeiten hier ewig herummäkeln würde?
Ich möchte ja auch Eure Geduld nicht übermäßig beanspruchen…

Also, nun aber zum Thema!
Ich denke, Ihr habt auch inzwischen verstanden, dass bei dieser Ausstellung noch massig Luft nach oben gewesen wäre; und falls Ihr Euch nun fragen solltet, warum ich deswegen einen solchen Aufriss veranstalte, seid Ihr auch schon zu des Pudels Kern vorgedrungen…

Denn, was mich daran so kolossal ärgert, ist das stiefmütterliche Engagement, mit welchem der Bildung verschriebene Institutionen ihrem (wenn auch selbst auferlegten Bildungs-) Auftrag nachkommen.
Und wenn ich dann noch in Erwägung ziehe, dass ich, als nicht mehr als jugendlich zu erachtender Mensch, in Bezug auf den Durchschnittsbesucher, knappe 30(!) Jahre zu jung war, muss ich doch annehmen, dass Museen sich als Bestandteil des siebten Bildungsweges ansehen.

Was mich dann auch schon, schwuppdiwupp, nach knappen 350 Wörtern, zu dem bringt, was ich eigentlich schreiben wollte:

Wehret den Anfängen!

Auch wenn es in letzten Tagen gerade wieder etwas ruhiger geworden ist, was Themen wie Pegida und sämtliche Idoitie- Derivate anbelangt, hat sich an der momentanen Intoleranz- Welle ja nicht viel geändert.
Und ich befürchte auch, dass dem so bleiben wird, sollte sich nicht grundlegend etwas ändern!

Hier muss ich einen kleinen Einschub einschieben, da es ja viele Menschen gibt, welche stets darum bemüht sind, an Missständen zu arbeiten. Ein sehr schönes Beispiel dafür findet ihr in dem Blog sarahmaria.de, wo unter dem hashtag #BloGeHa zu einer Blog- Parade für mehr Toleranz aufgerufen wird.

Tja, und was sich meiner bescheidenen Meinung nach dringend ändern muss, ist schlicht und ergreifend der Umgang mit Bildung.

Ich will hier jetzt gewiss nicht die nächste Schulreform lostreten (auch wenn das wahrlich kein schlechter Gedanke wäre), sondern nur darauf hinweisen, dass es nicht nur Institutionen mit Lehrauftrag gibt, sondern auch alltäglicher Umgang bildet.

Jeder von uns ist ein Vorbild für seine Umgebung!

Vor Allem Kindern gegenüber ist es relativ leicht, als gutes Vorbild voran zu gehen.
Und das sollte auch jeder von uns in seinem Alltag stets bedenken. Ob dies nun jeder persönlich zu seinem Auftrag macht, indem er Interesse und Neugier vorlebt oder Talente fördert oder ob man „nur“ dafür Sorge trägt, dass das eigene Kind in einem toleranten und möglichst „bunten“ Umfeld aufwächst anstatt nur vor der Flimmerkiste zu versauern, bleibt letztlich jedem selbst überlassen.

Sollte es jedoch anders laufen und die nächste Generation nicht mit Joseph (ultra-koreanischer-Name), Osman, Shoana und Sören zusammen in langweilige Museen gezerrt werden (wo sich die Erwachsenen dann aufregen, wie lieblos die „total krasse Mumie“ da in ihrer Vitrine rumhängt) sondern statt dessen ausschließlich mit Kai- Adolf und Gernot- Herbert an der PS4 Terroristen plattmachen, sehe ich Zeiten auf uns zukommen, in welchen wir uns die lustigen Pegida – Deppen zurückwünschen werden….

 

Also, Rechner aus und vorbildlich sein!

 

Euer daetschemol
(der bei den Eltern Gleichalter sicherlich nie als Vorbild galt)