Mit ‘burn-out’ getaggte Beiträge

… der ganze Körper scheint eine feste Einheit mit dem Lattenrost geworden zu sein. Selbst denken tut weh. Die Welt ist feindselig; obwohl die Augen noch geschlossen sind.
Warum überhaupt aufstehen?
Warum überhaupt weiter atmen?

Zwischen 20 und 30 Prozent aller Menschen in Deutschland kennen solche Gedanken. Denn jeder Fünfte bis Dritte leidet im Laufe seines Lebens unter seelischen Erkrankungen; und schweigt für gewöhnlich darüber.
Zu groß scheint die Angst vor Spott und unverholener Skepsis.
Doch warum ist das so?

Anderes Beispiel:
Mich hat letztes Wochenende mein Körper daran erinnert, dass ich eben doch keine 20 mehr bin. Rückenprobleme!
Als ich deswegen leider einen Termin absagen musste, begegnete man mir mit Verständnis, Mitgefühl und  Besserungswünschen.

Eigentlich völlig normale Reaktionen auf die Nachricht, dass es jemandem schlecht geht.
Allerdings scheint es so zu sein, dass diese Reaktionen ausschließlich körperlichen Gebrechen gegenüber reserviert sind.

Obwohl doch jeder von uns Sorgen und Nöte kennt und hat.
Und damit meine ich nicht nur die 20 Prozent, die unter Depressionen leiden. Ich meine jeden!

Sind die Kinder versorgt?
Kann ich dem Leistungsdruck auf der Arbeit standhalten?

Wie krieg ich bloß das Geld für die Autoreparatur / Schulbücher / Bank / [hier beliebiges Problem eintragen] zusammen?
Hab ich genug für die Prüfung getan?
Was werden die Anderen denken?
Was, wenn ich das nicht schaffe?

Wir alle kennen solche Fragen und Selbstzweifel, und wissen an welche Abgründe es uns führen kann, wenn wir keine Lösungen finden.
Trotzalledem oder gerade deswegen fällt es uns schwer, offen über Depressionen, Burn-out oder Angststörungen zu sprechen.
Allein der Gedanke, überhaupt mit anderen über unser Seelenleben zu sprechen führt ja schon zu Unwohlsein.

Ich lehn mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, wir tun uns deshalb so schwer, weil wir wissen, wie wir selbst reagieren würden.
Wir werden unser Leben lang, durch Schule, Ausbildung, Studium, Job, Gesellschaft, darauf getrimmt, dass nur diejenigen weiter kommen, die bereit sind, nochmal 10% mehr zu leisten.
Und genauso wollen wir uns auch selbst sehen: Wir sind die Siegertypen! Wir schaffen das! 200% sind uns gerade gut genug!

Und wenn die Blase dann platzt fehlen uns die Worte.
Außerdem ist es viel einfacher zu denken, dass unser Gegenüber schon immer etwas seltsam war. Kein Wunder also, dass der jetzt richtig einen an der Klatsche hat.

Bis es uns selbst erwischt.

Wie gerne würde ich hier nun eine Lösung für diese Problematik präsentieren!
Aber ich hab keine.
Wir haben uns selbst Lebensumstände geschaffen, welche unsere Lebensfreude ersticken können und sind zu arrogant, um uns diesen Fehler einzugestehen.
Und dafür hab ich keine einfache Lösung.

Aber vielleicht einen Tipp:
Ich versuche seit längerem Depressionen, Burn-out-Symptome, Angststörungen, Panikattacken und sonstigen psychischen Erkrankungen zu begegnen wie Beinbrüchen: mit Verständnis, Mitgefühl und Besserungswünschen.
Und mit Hochachtung für diejenigen, welche offen über diese Krankheiten sprechen!
Denn sie sind diejenigen, die (Gott, wird das jetzt groschenheftig klingen) stark genug sind um Schwäche auch mal zuzugeben.

Also, macht was draus!

Euer daeteschemol

Advertisements