Mit ‘Humor’ getaggte Beiträge

Vor zwei Tagen töteten zwei Männer zwölf Mitarbeiter der französischen Satire- Zeitschrift „Charlie Hebdo“.

Was seit dem in sämtlich sozialen Netzwerken abgeht, lässt sich kaum noch in Worte fassen. 8 von 10 Leuten sind plötzlich Charlie…
Auch wenn sie eigentlich Peter, Paul und Marie heißen.
Die Welle der Solidarisierung mit den Angehörigen, den Opfern und den Überlebender des Anschlags ist scher überwältigend!

UND DASS IST AUCH GUT SO….!

Ich möchte hier auf keinen Fall den Anschein aufkommen lassen, dass meinerseits die Sinnlosigkeit solcher Gewaltakte nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt wird…
Aber Moment mal!
Ernshafte Solidarität mit einem Satiremagazin?
Ist das Euer Ernst?

Okay, bevor es zu schwerwiegenden Missverständnissen kommt:
Ich  empfinde den Terror, welcher gerade unser Nachbarland befällt, als höchst verabscheuungswürdig!
Und auch wenn ich die, von der „Front Nationale“ propagierte, Wiedereinführung der Todesstraffe in Frankreich nur ablehnen kann, so finde ich doch, dass diese Kriminelle durch ihre aktuellen Untaten, womit natürlichhh auch die Heute begangenen Gräuel gemeint sind, für ein Belfast- Sixpack prädestiniert haben!

Aber zurück zum Ernst.
Oder besser: zum Thema!

Die Redaktion eines Satiremagazins als terroristisches Ziel… das schreit ja eigentlich schon nach Satire.
Und wenn ich mir anschaue, wie zum Beispiel eines der, wenn nicht sogar DAS, wichtigsten deutschen Satiremagazin auf die Attentate in Frankreich reagiert, bin ich anscheinend nicht alleine mit dieser Einschätzung.

So kommentiert Heute die Titanic schon die Reaktion der Weltmärkte auf den Terror.
Sehr treffend finde ich hierbei die folgende … ähm… Formulierung:

Punktverlust zu beklagen hat indessen die Aktiengesellschaft „Billige antiislamische Meinungen Satireunkundiger“ (BaMS).

Und selbst wenn Satirebetreibende mal einen ernsteren Ton anschlagen, so tun Sie auch dies scheinbar stets mit einem amüsierten Funkeln im Augenwinkel. So waren die ersten Reaktionen der „Titanc“ leicht mit dem berühmten lachenden und weinenden Auge zu asoziieren:
Im Titanic-live-ticker wurde berichtet, es gäbe nach der Pressekonferenz zu den Attentaten noch lecker Schnittchen konnte man bei n-tv dieses Statement von Chefredakteur Tim Wolff lesen. Und obwohl ich jedem (in Worten: JEDEM) nur wärmstens VORSCHREIBEN kann, diesen Text komplett zu lesen, möchte hier einen kurzen Auszug daraus verewigen, um die Verwirrung zu vervollständigen:

Und je ernster die Lage, desto wichtiger der Humor. Komik schafft Distanz zu bedrückenden Ereignissen, sie erlaubt, uneigentlich über eigentlich Unerträgliches zu sprechen – und so den Schrecken zu bekämpfen.

So, jetzt weis wahrscheinlich keiner mehr, was ich hier eigentlich zum Ausdruck bringen wollte…

Also, ich finde es toll, dass so viele Menschen anteil an den tragischen Ereignissen nehmen;
aber so richtig Stolz auf Euch, wäre ich, wenn ihr nicht nur Vorgekautes weiterverbreiten, sondern wenn Ihr dem Schrecken mit Kreativität und Witz entgegentreten würdet!
Und sei es nur dem Vorbild der Titanic zu folgen, und Euch mit Eurem Namen solidarisch zu zeigen.

Denn der Verlust von Eigeninitiative und der Eintritt in Uniformmität, sowie der Unmut sich einer ernsten Sache mit Humor anzunehmen sind die ersten kleinen Siege des Terrors, welche doch tunlichst zu unterbinden sind!

Womit ich nun auch eine Antwort auf die im Titel implizierte Frage, ob ich Charlie bin, geben kann:

No, mon ami!

Je suis daetschemol!