Mit ‘Israel’ getaggte Beiträge

Kennt ihr fremdschämen? Natürlich kennt ihr das, was frag ich überhaupt?
Aber habt ihr schonmal was von fremdsorgen gehört? Nein?

Naja, das ist im Grunde genommen das gleiche, nur nicht ganz so peinlich.  Es geht eigentlich darum, sich um Umstände zu sorgen, die einen selbst, aus den unterschiedlichsten Gründen, nicht so wirklich betreffen. Um das mal etwas zu veranschaulichen, will ich Euch hier mal ein Beispiel aus dem Arbeitsalltag geben, mit welchem wohl die meisten etwas anfangen können:

Das Deo des Arbeitskollegen, der gerade unterwegs ins Büro des Chefs ist, hatte schon in der Frühstückspause versagt. Ihr mögt diese Person und wollt nicht, dass er bei der anstehenden Besprechung einen schlechten Eindruck macht.
Aber wie sollt ihr dem Kollegen auf den letzten 15 Metern, mitten durch ein Großraumbüro und unter den Augen von 50 anderen noch einen dezenten Tipp geben?

Verzwickte Situation, oder?
Behaltet nun diese Problematik mal im Hinterkopf, während wir uns  kurz einem anderen, dafür aber topaktuellen Problem zuwenden.
Ich fang also noch mal an:

Eigentlich wollte ich heute morgen ja noch schnell ein Foto des Lektorats hochladen, um meine Drohung von Sonntag wahr zu machen; aber kaum hatte ich den Rechner an, war alles voll mit Berichterstattungen, Kritiken, Stellungnahmen und sonstigem Geschreibsel über einen Nobelpreisträger und sein neustes Schriftstück.

Ich will mich hier jetzt nicht in die Reihe der Interpreten und Reisswölfe einreihen, sondern nur mal eine andere Perspektive aufzeigen; meine nämlich.
Als ich diese brandheiße Dokument aus der Feder des Günther G. gelesen habe, waren mir sofort zwei Dinge klar:

  1. Mann, macht der Typ sich Gedanken! Wer wäre denn heute noch blöd genug, ernsthaft mit dem Gedanken zu spielen, Atomwaffen einzusetzen und
  2. Das ist doch kein Gedicht! Also zur schulischen Pflichtlektüre schafft er das  damit auf keinen Fall.

Okay, ich geb ja zu, dass die zweite Erkenntnis mir auch kein warmes Mittagessen einbringt aber vielleicht sollte ich mir die erste noch mal genauer Anschauen.

Ist es wirklich so abwegig, dass irgendwer mit diesem Gedanken spielt? Ich mein, dafür das die Menschheit dazu tendiert extreme Dummheiten zu begehen nur weil sie dazu in der Lage ist, gibt es ja ausreichend Beispiele. Ebenso für die Tatsache, dass oft schon ein Idiot ausreicht, um ein ganzes Volk in seinen Wahn mit einzubeziehen. Mal angenommen, der gute Günther hatte einen ganz ähnlichen Gedankengang wie ebendiesen und verfügt über ein größeres Wissen über die akuten Zustände in Israel als Wikipedia und ich, ist es dann verwunderlich, dass er sich darüber Gedanken macht, wie er den „Kollegen Israel“ (den er ja mag; siehe oben) davon abhalten kann, mächtig schlechten Eindruck vor allen Anderen zu machen?

Ich glaube fast, Günther hat unser Problem aus der „Einleitung“ gelöst!
Er ist einfach aufgestanden, hat dem Kollegen zugepfiffen, ihm eine Dose Axe zugeworfen und gerufen: „Hier! dann hast du schonmal die Sekretärin auf deiner  Seite!“
Und diese Lösung des Problems ist schlichtweg genial, denn sie umschifft die größten Fallen der Situation:

  1. Der Kollege versteht den augenzwinkernden Wink mit dem Zaunpfahl ohne sich öffentlich gedemütigt zu sehen (Hoffentlich zumindest; und wir haben es, falls nicht, doch wenigstens versucht) und
  2. Verbessert, zumindest olfaktorisch, seinen Auftritt beim Chef.
  3. Die restlichen Büroinsassen bekommen wahrscheinlich das eigentliche Problem gar nicht mit, womit der Kollege keinem Spott ausgesetzt wird und nicht zuletzt
  4. bleibt die Freundschaft unbelastet.

In Anbetracht dieser Punkte fallen die zwei drei Kollegen, die sich vielleicht denken können, was da grad passiert ist und diejenigen, die hinter Günthers Rücken tratschen, dass dieser doch mit seinen Späßen auf Kosten anderer nur wieder Aufmerksamkeit heischen will, gar nicht mehr ins Gewicht.

Deshalb bilde ich hiermit offiziell den- kleingeschriebenen – Neologismus „grass – grasser – am grassesten“!
Des Weiteren spreche ich mich ausdrücklich dafür aus, dass sich jeder in einer solchen Situation des Fremdsorgens genauso grass verhält und auch andere dazu animiert, denn in meinen Augen ist grass das subtil unserer Zeit!

Also, macht was draus!

Euer daetschemol

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